Im vorherigen Teil der Artikel Serie ging es um das kontroverse Thema "Auto". Heute möchte ich Geldfresser No. 2 ansprechen. Wie ich finde, ebenfalls ein Thema welches beim Geld sparen nicht die genügende Aufmerksamkeit bekommt. Umso tragischer, denn schließlich handelt es sich hier um den größten Ausgaben-Posten, den die meisten von uns im Monat an der Backe haben. Du kannst dir wahrscheinlich jetzt denken, um was es im Folgenden gehen soll. Richtig, um das Thema "Wohnen".

/ Geld Sparen und das Thema "Wohnen"

Eines vorweg: Es versteht sich von selbst, wir alle benötigen Wohnraum. Und natürlich möchte jeder von uns entsprechend seinen Bedürfnissen angemessen wohnen. Niemand von uns möchte in einem runtergekommenen Apartment hausen. Jedoch fällt mir immer wieder eines auf:

Befindet man sich auf Wohnungssuche, ist man schnell geneigt eine monatliche Miete zu akzeptieren, die man sich eigentlich nicht leisten kann.

Kennst Du das Phänomen? Du suchst mit deiner Freundin eine kleine und gemütliche 2-Zimmer-Wohnung. Dafür möchtet ihr maximal 650 EUR Kaltmiete im Monat zahlen. Nach wochenlanger, erfolgloser Suche wird euch schließlich eine Wohnung im Trend-Viertel der Stadt angeboten:

3-Zimmer Altbau, hohe Decken, Parkett-Böden, neu saniertes Bad, Dach-Teerasse. Also eigentlich eure Traum-Wohnung.

Einziger Haken: Die Wohnungsmiete beträgt 900 EUR und überschreitet eure Obergrenze um 38%. Wie entscheidet Ihr Euch? Ich bin mir sicher: In solch einer Situation werden sich viele für die Wohnung entscheiden und alles daran setzen die zusätzlichen 250 EUR im Monat aufzubringen.

Warum kann ich das so einfach behaupten? Ganz einfach: Ich bin auch in diese Falle getappt! Und ich kenne die Ausreden um sich danach alles schön zu reden. Doch erfahrungsgemäß ist die Unterzeichnung eines Mietvertrags eine längerfristige Sache. Ist der Mietvertrag im oben beschriebenen Fall erst mal unterschrieben, hast Du zukünftig 250 EUR im Monat weniger zum Sparen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Außer du suchst eine günstigere Wohnung, was meiner Meinung nach sehr unwahrscheinlich ist. Wer schraubt schon seine Lebensbedürfnisse freiwillig wieder zurück? Für viele ist damit endgültig der finanzielle Spielraum in Bezug aufs Sparen Geschichte.

Und genau deshalb möchte ich Dich davor warnen, nicht über deinen Verhältnissen zu "Wohnen". Insbesondere wenn Du das Ziel verfolgst möglichst schnell Vermögen aufzubauen.

Im Zusammenhang mit dem Thema Geld Sparen und "Wohnen" möchte ich Dir deshalb folgende Ratschläge geben:

  1. Finde heraus welchen Standard Du in Bezug auf das Wohnen wirklich zum Leben brauchst. Erinnere Dich an deine Studiums- oder Ausbildungs-Zeit: Wie hast Du damals gewohnt? Vielleicht in einer WG? Oder in einem 1-Zimmer-Apartment? Warum nicht auf diese einfachen Wohn-Konzepte zurückgehen? Denn hier besteht meiner Erfahrung nach das größte Spar-Potential. Tim Schäfer zum Beispiel, hatte jahrelang trotz gutem Verdienst noch in WG´s gewohnt. Heute ist er finanziell frei und lebt in New York.
  2. Finde heraus, ob du Zentrums-Nah, am Stadt-Rand oder auf dem Land leben möchtest. Die Mietpreise variieren entsprechend der Lage. Berücksichtige in diesem Zusammenhang auch zwingend die Kosten für´s Pendeln.
  3. Die Größe der Wohnung treibt den Mietpreis. Finde heraus, ob Du zwingend 3-Zimmer und 100 Quadratmeter aufwärts für Dich und deinen Lebenspartner brauchst. Reicht Euch eventuell auch einen kleine 2-Zimmer Wohnung? Berücksichtige mittelfristig auch die kommenden Jahre: Plant Ihr eine Familie zu gründen und müsstet dann in Kürze erneut umziehen? Berücksichtige dies, denn häufige Umzüge sind kostspielig!
  4. Finde heraus, ob Du unbedingt im angesagtesten Viertel der Stadt wohnen musst. Denn schließlich treibt Angebot und Nachfrage den Preis. Es gibt einfach Viertel in denen die sogenannten "Besserverdienenden" wohnen. Möchtest Du zwingend eine überteuerte Miete zahlen nur um Dazu zu gehören?
  5. Übrigens: Zum Thema Immobilien habe ich bereits einen Artikel verfasst. Du findest Ihn hier.

Eins fällt Dir vielleicht bei meinen Ratschlägen auf. Im Endeffekt geht es einfach nur darum herauszufinden, ob Du unbedingt einen übertrieben hohen Lebensstandard brauchst oder Du dich mit weniger zufrieden geben kannst. Die Frage ist letztlich immer: Ist Dir dieser "Mehrwert an Luxus" das Geld wert? Frage Dich zusammenfassend immer: Brauchst Du das Alles oder Willst Du es? Musst Du jemanden etwas beweisen oder mit deinem Freundeskreis gleichziehen? Und genau aus diesem Grund ist überteuertes "Wohnen" für mich Geldfresser No. 2. Viele Menschen scheitern genau da dran. Sie erlauben sich Mietkosten, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Und das Sparen bleibt damit bis auf alle Ewigkeit auf der Strecke.

Übrigens: Das oben genannte Beispiel über das Pärchen was auf Wohnung-Suche war, ist keine fiktive Geschichte. Es ist so, oder so ähnlich, passiert. Und zwar mir.

Heute bin ich über den Wahnsinn vom "schicken Wohnen" hinweg. Statt 900 EUR zahlen wir heute 350 EUR für eine einfache 2-Zimmer Genossenschafts-Wohnung.

Extra-Tip: Werde Mitglied in einer lokalen Bau-Genossenschaft und erhalte Anrecht auf günstigen Wohnraum! Lies dazu meinen Artikel hier.

In diesem Sinne hoffe ich, dass dir dieser Artikel gefallen hat. Wenn dem so ist, würde ich mich über einen "Daumen hoch" auf Facebook freuen. Aber auch wenn Du dieses Thema anders siehst, interessiert mich deine Meinung. Schreib mir einfach!

Im kommenden Artikel folgt dann Geldfresser No.3 !

Bis dahin wünsche ich Dir viel Erfolg beim Vermögensaufbau.

Herzlichst

Benjamin

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